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„Ohne unsere neuen Nachbarn wären wir absolut aufgeschmissen gewesen.“ Anfang Juli stand für Andrea und Christian Gorhold (beide 32) der Umzug von Hamm nach Werl an, oder in Andreas Fall vielmehr der Rückzug. 

Denn es zog die gebürtige Werlerin zurück in ihre Heimatstadt, und ihr Mann, gebürtiger Hammenser, folgte ihr.

Ruhig sollte es sein an der neuen Adresse, und sie wurden fündig in einem kleinen alten Häuschen im Herzen der Altstadt, an der Marienstraße. Nun wohnen sie und ihr Mann in direkter Nähe zu jenem Ort, den Andrea bis vor 16 Jahren täglich besuchte: die Ursulinen-Realschule. Viel wichtiger aber: Sie wohnen jetzt schräg gegenüber von Simon und Regine Lahme und ihren Söhnen Theo und Ben. „Schon unsere Vormieterin erzählte uns von den Lahmes“, erzählt Christian Gorhold. „Die luden uns noch vor dem Umzug zu sich ein, zum Essen und zum Quatschen.“

Umzugshelfer aus der Nachbarschaft

Beim Umzug verkalkulierten sich die Gorholds ein wenig, was die Ladekapazitäten des eingesetzten Bullis und des Anhängers anging – und auch darin, zu wie viel Maloche sie und ihre Verwandten selber körperlich in der Lage waren. „Aber schon als wir hier eintrafen, kamen die hier alle direkt mit Arbeitshandschuhen an und packten mit an. Abends haben wir bei ihnen gegessen, am Samstag ist Simon mehrfach mit dem Anhänger nach Hamm gefahren, während Regine Kuchen und jede Menge Muffins, verziert mit den Buchstaben für ‘Herzlich willkommen in Werl’, für alle gebacken hat. So etwas sind wir aus Hamm nicht gewohnt. Hamm ist eine Großstadt und viel anonymer. Wir kannten dort die wenigsten in unserem Haus, meist grüßte man einander nicht einmal.“

Und auch jetzt, da sie längst all ihr Hab und Gut in der Marienstraße verstaut haben, reißt die Welle der Hilfsbereitschaft von der gegenüberliegenden Straßenseite nicht ab: „Wir können uns zu tausend Prozent auf sie verlassen“, fährt Andrea Gorhold fort. „Gestern habe ich mir den Fuß verletzt, da hat Regine, die als Physiotherapeutin arbeitet, mir den Fuß getaped, Simon hat für mich Christian vom Bahnhof abgeholt und ihre Jungs sind mit unserem Hund Gassi gegangen. Später schrieben sie per WhatsApp: Wir überfallen dich gleich. Und schwups, standen sie mit Federweißer vor der Tür.“ Ihr Mann lacht dazu und sagt: „Und ich sitze im Bus und bekomme Fotos aufs Handy, wie die sich da begießen.“

Apropos Vierbeiner, sogar zwischen ihnen setzte sich die gute Nachbarschaft fort: „Ihr Hund ist der einzige, den unser Jack Russell mag.“ Und die beiden ergeben ein skurriles Bild ab, die quirlige kleine Terrier-Oma und der 32 Kilo schwere und extrem plüschige Eurasier Akru, benannt nach einem der Wolfs-Geschwister Moglis aus dem „Dschungelbuch“.

Droht die Nachbarschaft je zu enden?

Grund genug, mit einem „Pülleken“ auf die gute Nachbarschaft anzustoßen und gemeinsam zu grillen auf der Terrasse der Gorholds. Schon einmal ein erster Weg, sich erkenntlich zu zeigen, denn bislang halfen vor allem die Lahmes den Gorholds. Doch bald wird das Blatt sich wenden. Denn dann ziehen die Lahmes um.

Droht damit etwa eine wunderbare Nachbarschaft schon wieder zu enden? Im Gegenteil, winkt Simon Lahme ab, „wir kaufen das Haus gegenüber, das hat einen Garten, der derzeitige Besitzer zieht aus. Dann wohnen wir sogar direkt nebenan und noch näher dran.“ Und wäre da nicht ein kleiner Korridor zwischen den beiden Gebäuden, wäre es den beiden Paaren glatt zuzutrauen, dass sie direkt einen Durchbruch von einem Haus zum anderen schaffen würden.

Simon und Regine Lahme aus Werl

So machen Sie bei unserer Aktion mit

Erzählen Sie uns, warum Ihre Nachbarn so besonders sind. In Zusammenarbeit mit Hellweg Radio und Veltins vergeben wir Preise an die besten Nachbarn – mehrere Kästen „Pülleken“ und passende Gläser – mit denen Sie Ihre Nachbarschaft feiern können. Unsere Reporter besuchen Sie, um über Ihre besondere Nachbarschaft in unserer Zeitung zu berichten.